Schwarze Schafe


Ein schwarzes Schaf - das wissen wir - ist kein ganz normales Tier.
Normal sind Schafe weiß wie Schnee und fressen reichlich grünen Klee.

Nun haben Forscher nachgezählt und auch ganz schnell festgestellt,
dass schwarze Schafe langsam schwinden, bald sind sie kaum mehr noch zu finden.
Die Erklärung: nicht ganz leicht, mit etwas "Schafkunde" vielleicht:

Das dunkle Fell von Vorteil war, als es bei uns noch kälter war.
Es zieht die Sonne an und wärmt, im Winter jedes Schaf da schwärmt.
Doch dieser Vorteil der geht flöten seit der Erwärmung des Planeten.
Denn die globale Hitzewelle wärmt schwarze wie auch weiße Felle.

Schade also aber wahr, es besteht nun die Gefahr,
dass die Schwarzen werden schwinden und bald wir nur noch Weiße finden.

Auch bei uns Menschen gibt es Typen, die manchmal etwas anders ticken.
"Schwarze Schafe", nennt man die, obwohl es Menschen sind, nicht Vieh.
Íkos oder Einzelgänger, Ausgeflippt, die Haare länger,
Menschen die den Mund aufmachen oder etwas zu laut lachen.
Menschen, die halt anders leben für uns: "schräge Vögel" eben.

Schade wär┤s doch wenn auch jene verschwänden langsam aus der Szene.
Wenn einer wie der andre wär niemand kreuz und niemand quer grau in grau, niemand
sticht raus, die Welt, sie wär ein Armenhaus. Diese Leut┤, so mein Befund machen
doch das Leben bunt.

An Fasnacht ist Gelegenheit zu wechseln mal das graue Kleid.

Einfach einmal ausprobieren, wie sich┤s so lebt ohne Manieren.
Gradheraus nur das zu machen worüber sonst ich würd┤ nur lachen.
Kurz: alles andre sein als brav Einfach mal sein ein schwarzes Schaf.

Wenn der Trubel sich dann legt und jeder seinen Kater pflegt, kommt mir vielleicht
wieder in Sinn, dass "anders-sein" ist ein Gewinn. Es gilt sowohl für Mensch wie Tier:
schwarze Schafe brauchen wir

1947 Walter Holzkopf